Bilanz-Pressekonferenz der GFW Duisburg

Aktivitäten in 2018, Status quo und Ausblick

22.05.2019Duisburg. 402 Immobilienanfragen, davon 58 Prozent aus dem Ausland – mehrheitlich nach unbebauten Grundstücken, 32 Ansiedlungserfolge und 171 Objekte, die noch in der Angebotsphase sind, zeigen, dass die Nachfrage nach dem Wirtschaftsstandort Duisburg ungebrochen ist. Dabei gehören der Immobilienservice – konkret: die Ansiedlung neuer Betriebe – ebenso wie der Firmenservice – die Dienstleistungen für bereits am Standort ansässige Unternehmen – zum Kern der klassischen Tätigkeitsfelder der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). Hinzu kommen 63 Netzwerk-Veranstaltungen mit rund 3725 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, drei Gewerbeimmobilienmessen (MIPIM, POLIS, Expo Real), außenwirtschaftliche Aktivitäten und über 420 Veröffentlichungen in Text und Bild.

Zu den Ansiedlungen und Erweiterungen in 2018, die die GFW Duisburg aktiv angestoßen hat, gehören unter anderen die CSG GmbH im Gewerbepark Rheinpreußen mit 50 Arbeitsplätzen. Darüber hinaus ist der Gewerbepark Hohenbudberg ein Erfolgsbeispiel, da die dortigen Flächen bereits fast vollständig an kleine und mittlere Unternehmen vergeben sind – und zwar an Betriebe beispielsweise aus den Bereichen Stahlverarbeitung, Lebensmittelproduktion und LKW-Gewerbe. Gleiches gilt für den Zebrapark in Duisburgs Norden. „Hier haben sieben Unternehmen, mehrheitlich bereits in Duisburg ansässig, adäquate Erweiterungsmöglichkeiten gefunden, um auch perspektivisch am Standort entwicklungsfähig zu bleiben“, bringt es GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer auf den Punkt. Beide Gewerbeparks können den starken Flächenmangel am Wirtschaftsstandort Duisburg zwar nicht beheben, haben diesen aber zumindest teilweise etwas abmildern können. Außerdem zeigt es die aktuell besonders hohe Nachfrage im Segment kleiner Kaufgrundstücke, die kurzfristig bedient werden will.“

Auch im „Businesscenter Rheinhausen“ konnten durch die Vermittlungsaktivitäten der GFW Duisburg allein in 2018 zehn kleinere chinesische Unternehmen neu angesiedelt werden. Dass dort ein neuer Investor das Objekt aus dem Dornröschenschlaf erweckt und revitalisiert hat, ist auf die intensive Eigentümerbetreuung im Büromarktbereich der Duisburger Wirtschaftsförderung zurückzuführen. Mit der Eszett GmbH, einem Start-up von 2003, hat ein Hidden Champion im letzten Jahr einen neuen, größeren Standort innerhalb der Stadt gefunden, namentlich an der Kulturstraße. Und mit der ícho systems GmbH hat ein weiteres preisgekröntes, technologieorientiertes Start-up seine neue berufliche Wirkungsstätte im Fraunhofer inHaus-Zentrum in Duisburg gefunden. Die thyssenkrupp Steel Europe AG hat darüber hinaus rund 3.400 Quadratmeter Büro im Innenhafen auf Vermittlung der GFW Duisburg angemietet.

Auf die Frage, warum so viele Anfragen noch in der Angebotsphase seien, antwortet Wirtschaftsdezernent und GFW-Mitgeschäftsführer Andree Haack: „Die Entscheidungswege, nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in den Unternehmen brauchen ihre Zeit. Da ticken wir hier interkulturell anders als beispielsweise chinesische Investoren, die sich nicht selten innerhalb von zwei Tagen für Objekte in stattlicher Größenordnung und Preisklasse entscheiden. Darüber hinaus spielen aber zweifelsohne auch Genehmigungswege, Aufenthaltserlaubnis und mehr eine Rolle.“

Und GFW-Geschäftsführer Meurer weiß aus langjähriger Erfahrung: „Häufig ist es die Ernte der Früchte, die ein oder zwei Jahre zuvor ‚gesät‘ worden sind, wenn man über Ergebnisse wie heute spricht.“ Wirtschaftsdezernent Haack betont: „Vor diesem Hintergrund ist es auch so wichtig, ein strategisches Flächenmanagement zu betreiben, dass auf kurzfristige Bedarfe mit passgenauem Angebot reagiert werden kann. Momentan können lediglich 65.000 Quadratmeter Gewerbeflächen zum Kauf angeboten werden, die teilweise auch noch erheblichen Restriktionen unterliegen. Auch Gewerbeflächen zur Miete sind aktuell ein knappes Gut: Lediglich 195.000 Quadratmeter sind in Duisburg aktuell verfügbar. Umso mehr Potenzial versprechen wir uns dagegen mittel- und langfristig: Hier stehen dann 428.000 Quadratmeter respektive 696.000 Quadratmeter bereit, wobei in letztgenannter Summe die Entwicklungsflächen in Wedau und am Güterbahnhof noch nicht mit eingerechnet sind.“

Aus Wirtschaftsförderungssicht ist dabei insbesondere Wedau-Nord interessant, sollen hier doch neben universitären Einrichtungen auch fokussiert technologieorientierte, universitätsnahe Start-ups ihr berufliches Zuhause finden und Wedau-Nord als Cross Innovation Campus zum Inkubator für Forschung und Entwicklung avancieren. In 2018 hat die GFW Duisburg 61 Absolventen der Gründungsinitiative Innovation Duisburg (GRIID) begleitet; 28 Businesspläne sind aus dem Ideen-Wettbewerb, den die GFW Duisburg und die Universität Duisburg-Essen vor neun Jahren mit Initialpartnern ins Leben gerufen haben, hervorgegangen. Drei Gründungen wurden davon bislang vollzogen. Seit Bestehen von GRIID konnten so 358 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Momentan arbeiten wir an einem Mehr an Innovation und Gründung, da wir wissen, dass gerade technologieorientierte Gründerinnen und Gründer höchst individuelle Bedarfe haben. Existenzgründungsbegleitung umfasst heute neben dem Scouting die Vermittlung adäquater Räumlichkeiten und das Angebot spezieller Existenzgründungswettbewerbe und -formate wie Hackathons, Elevator-Pitches und Start-up-Weekends“, so Meurer. „Um die Gründer da abzuholen, wo sie ganz individuell stehen, hat die GFW Duisburg mit ihrem digitalen Gründungsportal ein weiteres Instrument auf den Weg gebracht, um die Zielgruppe möglichst maßgeschneidert anzusprechen und passgenaue Angebote transparent zu machen. Dabei ist und bleibt es der direkte Kontakt mit den Selbstständigen in spe, der die nachhaltige Bindung an den Standort ermöglicht“, erklärt Haack.

Außenwirtschaftlich liegt das Hauptaugenmerk nach wie vor auf dem chinesischen Markt: Die bestehende Infrastruktur wurde in 2018 gepflegt und ausgebaut. Dazu gehören das China Business Network, die eigene Präsenz auf dem Social Media Kanal WeChat, der Existenzgründerwettbewerb für Chinesinnen und Chinesen in Deutschland „ESCID“, das Deutsch-Chinesische Businesscenter sowie die Zusammenarbeit mit dem Konfuzius Institut. 23 Delegationen aus China wurden allein in 2018 von der GFW Duisburg betreut.

Auf Stadtteil-Ebene im Quartiersbüro Altstadt ging es gleichermaßen facettenreich zu: Vom Verfügungsfonds über die Vermarktung von Altstadthonig bis hin zur Aufstellung von „Pollermonstern“ war eine Menge los. Hervorzuheben ist insbesondere der vegane Wintermarkt „Anis & Zauber“, der sogar überregional für Furore sorgte und sich gleich bei der Premiere großer Resonanz erfreut hat.

Gefragt nach den besonderen Herausforderungen im laufen Jahr, antwortet GFW-Mitgeschäftsführer Haack: „Das ist ein bunter Strauß: Von nachhaltigen Projekten zur Ressourceneffizienz über die Schaffung weiterer qualitativ hochwertiger Gewerbeflächen bis hin zu probaten Konzepten im Hinblick auf geparkte LKWs in Gewerbegebieten steht einiges auf der Agenda. Hinzu kommt die Neuausrichtung unserer Gründungsaktivitäten ebenso wie eine digitale Plattform für Arbeitgeber zum erfolgreichen Fachkräftemarketing. Last, but not least, bleibt an oberster Stelle die Begleitung von ‚kleinen‘ und ‚großen‘ Unternehmensanfragen bei deren Entscheidungsprozessen.“

Weiterführende Downloads:
Präsentation GFW Bilanz 2018 2 MB

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