Mit Pierogi und Pelmeni erfolgreich: Familienunternehmen kreiert osteuropäische Delikatessen

Seit 1998 auf Expansionskurs: Elena Salewski beschäftigt mittlerweile 35-köpfige Belegschaft

28.08.2018 Duisburg. „Not macht erfinderisch“, weiß der Volksmund. Genau das haben Elena Salewski und Ehemann Wladimir erfahren. Vor 26 Jahren siedelten sich die beiden Ingenieure aus der Ukraine in Deutschland an, um ihren Söhnen hierzulande ein gutes Leben zu ermöglichen. „Für die Familie bringt man gerne Mut auf und packt die Dinge an“, so Wladimir Salewski, heute Geschäftsführer des Unternehmens „Elena Salewski – Lebensmittelproduktion seit 1998“. Trotz bester akademischer Voraussetzungen und erfolgreicher Weiterbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gestaltete sich die Arbeitssuche damals alles andere als einfach. 

Die Arbeitsagentur und ein Mitarbeiter der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve sollten den gordischen Knoten lösen – gepaart mit dem Fleiß und Erfolgshunger der Salewskis. „Ich habe mir überlegt: Was können meine Frau und ich zusammen auf die Beine stellen, was können wir besonders gut, und zwar so gut, dass andere dafür gerne Geld bezahlen. Da meine Frau nicht nur eine hervorragende Ingenieurin, sondern immer auch eine perfekte Köchin war, fiel die Wahl auf die Produktion von Pierogi, Wareniki und Pelmeni. Das sind mit Fleisch, Gemüse oder Obst gefüllte Nudelteigtaschen, herzhaft oder süß, wie man sie aus Polen und Russland kennt. Damals noch eine Nische, bedienten wir einen Markt, der sich reger Nachfrage insbesondere bei den hier lebenden Menschen mit osteuropäischen Wurzeln erfreute.“ 

Und das hat sich bis heute nicht geändert. Im Gegenteil. „Das Erfolgsrezept ging auf. „Zutaten bester Qualität und aus lokalem Anbau, jahrelange Erfahrung und Tradition sind die Ingredienzien, die unser Unternehmen haben kontinuierlich und behutsam wachsen lassen“, bringt es Firmeninhaberin Salewski auf den Punkt. Auf rund 30 Quadratmetern in Duisburg-Hamborn haben wir mit der Produktion unserer Teigwaren begonnen, und zwar unter Zuhilfenahme großen Improvisationstalents: „Den Nudelteig ließen wir nach unserem Rezept beim benachbarten Pizzabäcker zubereiten, da wir noch keinen Teigkneter besaßen“. Zwanzig Jahre später zeichnet sich der Betrieb durch modernste Produktions- und Tiefkühlanlagen aus. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Großteil unserer Waren noch in echter Handarbeit mit viel Fingerspitzengefühl und lediglich circa 20 bis 30 Prozent ausschließlich maschinell hergestellt werden. Unser Kundenkreis – Geschäftskunden im Einzel- und Großhandel sowie der Gastronomie – zahlt für die Handarbeit gerne mehr als für die maschinelle Produktion, weil sie und ihre Kunden diese wertschätzen.“ 

„Elena Salewski und ihre Familie haben Großes geleistet. In einem für sie bis dato unbekanntem Land schafften sie mit einer großen Portion Willen, Können und Mut ein Unternehmen, das nicht nur ihnen, sondern mittlerweile 35 Beschäftigten eine gute Lebensgrundlage sichert. Das kann sich sehen lassen und ist ein starkes Signal auch für Neuankömmlinge in Deutschland. Wer hier die Ärmel hochkrempelt und mit der richtigen Geschäftsidee startet, hat gute Chancen darauf, nicht nur eine neue Heimat zu finden, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein“, so Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. 

Wirtschaftsdezernent Andree Haack kann dem nur beipflichten: „Das Beispiel des Unternehmens zeigt aber auch, wie wichtig die richtige Existenzgründungsberatung ist. Hier werden die Weichen gestellt. Die Projektmanager der GFW Duisburg sind da ebenso wie die Experten der Startercenter der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammern die richtigen Ansprechpartner. Deren Expertise sollten künftige Existenzgründer einholen, um zielführende Tipps zu bekommen.“ 

Zog das Familienunternehmen innerhalb Duisburgs zunächst auf 200 Quadratmeter, sind es jetzt stattliche 500 Quadratmeter auf denen das Unternehmen beim Frischekontor verortet ist. „Schon heute wissen wir, dass wir größere Räumlichkeiten benötigen, da wir beabsichtigen, weiter zu wachsen“, berichtet Wiktor Salewskij, der das Unternehmen in die zweite Generation führt. Der stellvertretende Geschäftsführer konkretisiert: „Zusätzliche Mitarbeiter sollen eingestellt werden, damit wir der weiterhin gestiegenen Nachfrage der mit uns seit Jahrzehnten überaus vertrauensvoll zusammenarbeitenden Businesspartner Rechnung tragen. Auch zielen wir darauf ab, mehr zu produzieren, um zusätzlich zu unseren Bestands- neue Gewerbekunden hinzuzugewinnen. Kann der Endverbraucher unsere Waren in Deutschland heute in osteuropäischen Feinkostläden erwerben, können wir uns vorstellen, unsere Spezialitäten perspektivisch auch hochwertigen Vollsortimentern wie Edeka und REWE anzubieten. Außerdem verrät Mutter Elena mit einem Augenzwinkern: „Auf größerer Fläche kann ich auch mehr ausprobieren. Schließlich habe ich eine Menge Ideen im Hinterkopf zur Kreation neuer Köstlichkeiten. „Mein Team und ich helfen den Unternehmern Salewski momentan dabei, neue Räumlichkeiten für eine Expansion innerhalb des Wirtschaftsstandorts Duisburg zu finden. Verläuft alles nach Plan, werden wir den Betrieb bereits im nächsten Jahr erfolgreich verlagert haben“, so GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer. 

„Bei all unseren Produkten gilt: Sie schmecken wie bei Großmutter, also hausgemacht, weil sie eben auch hausgemacht sind –mit ausschließlich frischen Zutaten ohne irgendwelche Zusätze“, bekräftigt Elena Salewski. Die Mission der Unternehmerfamilie beschreibt Firmengründer Wladimir Salewski mit den Worten: „Wir schenken unseren Kunden Zeit. Wir machen die Arbeit und sie müssen die leckeren Gerichte der osteuropäischen Küche nur noch vollenden und genießen. Das ist doch mal Arbeitsteilung ganz nach dem Geschmack aller Beteiligten.“

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (2.v.r.), Wirtschaftsdezernent Andree Haack (1.v.l.) und GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer (1.v.r.) – vor Ort im lebensmittelproduzierenden Betrieb bei Unternehmerfamilie Salewski (Katharina und Wiktor Salewskij sowie Elena und Wladimir Salewski, v.l.n.r.); Foto: Uwe Köppen; Nutzungsrechte: Stadt Duisburg

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