Wie die Duisburger Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann

Handel und Gastronomie während und nach Corona – mit konzertierten Aktionen in die Zukunft

11.06.2020

Duisburg. Die Pandemie hält noch an, doch die Weichen sind jetzt zu stellen. Wie kann die Duisburger Wirtschaft gegenwärtig und künftig angekurbelt werden, damit aus den Corona-Lockerungen ein Mehr an Umsatz für Handel und Gastronomie entsteht?

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg (GFW Duisburg) hat gemeinsam mit fünf Kooperationspartnern – dem Handelsverband Nordrhein-Westfalen Niederrhein, dem DEHOGA Nordrhein, der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, Duisburg Kontor und dem CityManagement Duisburg – zielführende Ideen dazu ausgearbeitet.

Die Maßnahmen, von denen einige bereits teilweise oder vollständig realisiert sind, zielen auf die Reduktion von Kosten ebenso ab wie auf die Digitalisierung und Attraktivitätssteigerung. Bereits in der nächsten Woche wird ein Schreiben der Duisburger Wirtschaftsförderung die Hauseigentümer der Duisburger City erreichen, in dem dafür geworben wird, Mieten für Einzelhändler und Gastronomiebetriebe zu stunden oder teilweise zu erlassen. Alternativ wird angeregt, die Laufzeit der Verträge deutlich zu verlängern und dabei anfangs mietfreie Zeiten einzuräumen. So können beide Parteien, Mieter und Vermieter, ihren Willen manifestieren, gemeinsam die Durststrecke überwinden und das Vertragsverhältnis aufrechterhalten zu wollen. „In Krisenzeiten muss man sich einfach auf einander zubewegen, nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen und unkonventionelle Wege gehen“, ermuntert Andree Haack, Wirtschaftsdezernent und Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH. Darüber hinaus sei eine Reduzierung der Kosten bei den bewirtschafteten Parkflächen vorstellbar. Momentan werde eruiert, ob es durchsetzbar sei, zumindest für einen Tag auf die Parkgebühren bei städtischen Flächen zu verzichten.

Am Montag nächster Woche wird zudem im Rat abgestimmt, ob die Sondernutzungsgebühren für Handel und Gastronomie bis Ende dieses Jahres vollständig ausgesetzt werden. Zugleich dürfen Restaurants und Cafés schon jetzt zusätzliche Außenflächen nutzen. „Gerade jetzt kommt es in der Gastronomie auf jeden zusätzlichen Sitzplatz an. Denn durch die Abstandsbeschränkungen verdienen die Gastronomen bei gleichen Kosten viel weniger Geld. Auch der Handel verzeichnet nach wie vor Umsatzrückgänge. Deshalb entlastet der Verzicht auf die Gebühren diese besonders gebeutelten Branchen“, betont Michael Rüscher, Geschäftsführer Unternehmensservice und International der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve.

„Corona hat viele Auswirkungen auf Handel und Gastronomie, erst recht ist es ein Treiber der Digitalisierung. Während sich die stationären Händler bislang nur wenig dafür erwärmen konnten, ergänzend auch Online-Shops einzurichten, werden wir nicht müde, dafür zu trommeln, dass Social Ads, also das Schalten von Werbung in sozialen Kanälen, oder eine Anbindung an bestehende Online-Handelsplattformen zielführend sein können, damit die Umsatzeinbußen zumindest ansatzweise aufgefangen werden. Digitale Angebote und virtuelle Schaufenster sind weitere Optionen, über deren Nutzung man zur Umsatzsteigerung nachdenken sollte“, so Ralf Meurer, Geschäftsführer der GFW Duisburg. Gemeinsam mit der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer sowie dem Handelsverband sind die Duisburger Wirtschaftsförderer auf dem Feld aktiv und bieten Fortbildungen und Beratungen rund um die Digitalisierung – beispielsweise das GFW-Format „Meet up Duisburger-Onlinehandel“.

„Verkaufsoffene Sonntage in Duisburg bedürfen grundsätzlich eines Anlasses. Dieser ist zumeist ein Stadtfest wie beispielsweise „Lack & Chrom“. Da derartige Großveranstaltungen aufgrund der anhaltenden Pandemie entfallen müssen, werden wir in Erfahrung bringen, ob die Händler daran interessiert sind, die verkaufsoffenen Sonntage, die bereits genehmigt wurden, auch ohne den obligatorischen Anlassbezug abzuhalten. Sollte das der Fall sein, so werde ich mich gerne auch bei der Politik dafür stark machen, dass diese perspektivisch realisiert werden können – quasi aus gegebenem Anlass“, bekräftigt Haack, der diesbezüglich schon Kontakt zum Ministerium aufgenommen hat. Diesem Appell kann Rechtsanwältin Doris Lewitzky vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen Niederrhein nur beipflichten: „Auch wenn da vielleicht dicke Bretter zu bohren sind. Es geht darum, Zeichen zu setzen und nichts unversucht zu lassen. Denn Handel und Gastronomie sind Garanten für eine attraktive Innenstadt mit Erlebnischarakter. Und nur das Zusammenspiel führt zu höherer Aufenthaltsqualität, längerer Verweildauer und höherem Konsum. Wenn´s Handel und Gastronomie gut geht, geht es auch den Duisburgern gut, denn in diesen Branchen stecken viele Arbeitskräfte.“

Zur Attraktivitätssteigerung in der Innenstadt trägt bereits ein vor dem Beginn der Corona-Pandemie eingestellter Innenstadthausmeister bei, der nunmehr noch durch einen zusätzlichen Quartiershausmeister unterstützt wird. Beide kümmern sich um profane, aber überaus wirkungsvolle Arbeiten wie die Reinigung der Arkaden und das Bepflanzen von Blumenampeln. „Hier hat Kleines große Wirkung, die nicht unterschätzt werden sollte. Insofern ist es gut, dass die Beiden schon eingestellt und tätig sind“, sind sich DEHOGA-Geschäftsführer Thomas Kolaric und Marc Weber, Geschäftsführer der Fredulux Brau GmbH und Vorsitzender der DEHOGA-Kreisgruppe, einig.

Einig sind sich alle Kooperationspartner auch darin, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Ankurbelung des privaten Konsums Anlass genug ist, um mit packenden Aktionen, ähnlicher der Kampagne des Heimatshoppens, zu werben: Und zwar dafür, dass das Geld, welches ausgeschüttet wird, auch in Duisburg bleibt. Auf dass es hier ausgegeben wird, damit Handel und Gastronomie davon profitieren und so Stadtbild und Arbeitsplätze gesichert werden. Pack-Enden für konzertierte Aktionen bieten beispielsweise die aktuelle Duisburger Image-Kampagne „Duisburg ist echt….“, auf die DuisburgKontor und das CityManagement aufsatteln könnten.

Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH

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