Zusammenarbeit zwischen Duisburg und China: Aktivitäten, Status quo und Perspektiven

Seit Besuch des chinesischen Staatspräsidenten: Ausbau chinesischer Infrastruktur in Duisburg

02.09.2019

Duisburg. Die Bande zwischen China und Duisburg sind traditionell sehr eng: Schon lange bevor das „Reich der Mitte“ auf dem Radar anderer Städte, Gemeinden und Länder sowie Unternehmen auftauchte, begründete Duisburg eine Städtepartnerschaft mit Wuhan. Seit dem Jahr 1982 ist viel passiert.

„Auf diese Entwicklung und die Tatsache, dass wir dabei Vorreiter waren, können wir stolz sein“, so Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, und fährt fort: „Hinzu kommt, dass unsere Stadt europäischer Dreh- und Angelpunkt der neuen Seidenstraße ist. Das ist ein unschätzbarer, strategischer Vorteil.“ Chinas Wirtschaft ist im Verlauf der letzten Jahre immens gewachsen und mit ihr eine neue aufstrebende, kaufkräftige wie konsumfreudige Mittelschicht. Auch Duisburger Unternehmen profitieren davon. Seit Besuch von XI Jinping haben sich noch einmal zahlreiche Firmen, darunter zahlreiche Repräsentationsbüros, aus China in der Mercatorstadt angesiedelt.

77 chinesische Unternehmen sind, Stand: August 2019, in Duisburg gemeldet: Laut Stabsstelle für Wahlen und Informationslogistik sind diese mehrheitlich in Hochemmerich (15), Ruhrort (10), Duissern (5) und Neudorf (Süd: 5, Nord: 4) ansässig. Ergänzt um Repräsentanzen chinesischer Städte und Regionen sowie chinesisch-deutsche Freundschaftsverbände und -institutionen, kommt man auf eine Zahl von über 100. Ein Fokus chinesischer Infrastruktur hat sich mittlerweile sowohl im Objekt der Safe Box Self Storage in Rheinhausen-Emmerich als auch im Business Center Rheinhausen von Investor Wim Schreuder herausgebildet. Einige chinesische Firmen haben dort ihren Sitz, unter anderen die des ESCID-Absolventen Jinheng Feng. Dieser hat bereits im Jahr 2017 seine eigene Firma, die Trouver Consulting GmbH, in Duisburg gegründet, deren Dienstleistungsschwerpunkt auf der Betreuung chinesischer Investoren in Duisburg liegt. Unternehmen wie diese haben eine Brückenfunktion für Unternehmen aus China, die bereits hier ansässig sind oder sich noch in Duisburg niederlassen wollen. Die Kontakte zu lokalen und regionalen Institutionen wie der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH und der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve sind dabei überaus wertvoll. Darüber hinaus berät Fengs Unternehmen den Eigentümer des Business Centers Rheinhausen exklusiv als strategischen Partner für den asiatischen Markt.  

 „Stetig an Fahrt aufgenommen hat auch die Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut“, sagt China-Beauftragter Johannes Pflug. Hierbei steht die interkulturelle Zusammenarbeit im Vordergrund. „Wer wechselseitig die Gepflogenheiten des jeweiligen Landes kennt, wird menschlich bereichert und fürs Business parkettsicher. Und genau diese Parkettsicherheit ist im Reich der Mitte Voraussetzung für den erfolgreichen Geschäftsabschluss auf Augenhöhe“, resümiert Pflug.

 „Auch wenn wir derzeit einen starken Rückgang der chinesischen Investments in Europa verzeichnen, gibt es doch eine valide chinesische Infrastruktur, die bis dato auf- und ausgebaut wurde: Ein tragfähiges Fundament, das auch stürmischen Zeiten trotzt“, bekräftigt Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). Dazu zählen das China Business Network Duisburg (mehr dazu unter: www.cbnd.de) ebenso wie das Business and Investors Forum China des Landes Nordrhein-Westfalen, das alle drei Jahre in Duisburg ausgetragen und seit 2018 von kulturellen Events flankiert wird. Zu nennen ist in diesem Kontext auch das Chinesische Frühlingsfest, gemeinsam durchgeführt von der GFW Duisburg, dem Konfuzius Institut Metropole Ruhr und der Universität Duisburg-Essen. Darüber hinaus hat das Team der Duisburger Wirtschaftsförderung vor drei Jahren das Existenzgründungsseminar für Chinesen und Chinesinnen in Deutschland, kurz: ESCID, ins Leben gerufen. Dieses ist maßgeschneidert auf die Bedarfe von Chinesinnen und Chinesen zugeschnitten, die nach ihrem (akademischen) Abschluss in Deutschland, idealerweise in Duisburg, bleiben wollen und eine berufliche Selbstständigkeit anstreben. Und das sind einige, stellen diese mit 3,47 Prozent (absolut: 1.384) doch eine der größten Communitys unter den ausländischen Studierenden an der Universität Duisburg-Essen dar (Stand: Mai 2019). Neben betriebswirtschaftlichem Rüstzeug sind es hier auch interkulturelle Besonderheiten, denen Rechnung getragen wird: beispielsweise im Bereich von Compliance-Vorschriften sowie dem Wettbewerbs- und Urheberrecht. Rund 30 ESCID- Absolventen seit Beginn zeugen von einer guten Resonanz.

China-Beauftragter Hans Pflug, Zoo-Chefin Astrid Stewin, Oberbürgermeister Sören Link, GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer und GFW-Projektmanagerin Kai Yu (v.l.n.r.)
Foto: Uwe Köppen; Nutzungsrechte: Stadt Duisburg

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